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Artikel: Katzenhöhle selber filzen: ehrliche Anleitung mit Aufwand und Schablone

pastellbraun gestreifte Katzenhöhle aus Filz, von Hand nassgefilzt
anleitung

Katzenhöhle selber filzen: ehrliche Anleitung mit Aufwand und Schablone

Kurz gesagt: Eine Katzenhöhle selber zu filzen ist machbar, aber kein Nachmittagsprojekt. Es gibt zwei Wege: Beim Nassfilzen legst du etwa 1 kg Wollvlies in mehreren Schichten um eine Schablone aus Folie oder Schaumstoff, befeuchtest sie mit Seifenwasser und walkst so lange, bis ein dichter, formstabiler Filz entsteht; rechne mit 10 oder mehr Stunden reiner Arbeit über mehrere Tage. Beim zweiten Weg strickst oder häkelst du eine deutlich zu große Höhle aus filzfähiger Schurwolle und lässt sie in der Waschmaschine einlaufen; das ist weniger anstrengend, aber das Ergebnis ist schwerer zu steuern. Beide Wege brauchen eine Schablone, die rund ein Drittel größer ist als die fertige Höhle, weil Wolle beim Filzen stark schrumpft. Wer lieber eine fertige Höhle möchte, findet am Ende eine ehrliche Einordnung.

Dieser Artikel ist für alle, die gern mit den Händen arbeiten und wissen wollen, was wirklich auf sie zukommt. Unsere Höhlen entstehen in Handarbeit, und wir kennen die Stellen, an denen es hakt: Wandstärke, Schrumpfmaß, Eingang. Wir schreiben das auf, ohne zu beschönigen und ohne vom Selbermachen abzuraten. Wer eine Höhle aus Holz oder Karton bauen will statt zu filzen, findet im Altartikel Katzenhöhle selber bauen und im Artikel Katzenhöhle aus Karton die passenderen Anleitungen.

Das erwartet dich

Zwei Wege im Überblick

Nassfilzen über Schablone Stricken/Häkeln und Walken
Material Wollvlies oder Kammzug, ca. 1 kg filzfähige Schurwolle (nicht „superwash“), ca. 1 kg
Werkzeug Schablone, Seife, Sprühflasche, Noppenfolie, Handtücher dicke Nadeln oder Haken, Waschmaschine
Zeit 10 oder mehr Stunden Handarbeit, plus Trocknen viele Stunden Stricken, dann 1–3 Waschgänge
Körperlich anstrengend, Rücken und Hände entspannt, bis auf das Walken
Ergebnis nahtlose, dicke Wand, gut steuerbar dünnere Wand, Form schwerer zu steuern
Formstabilität hoch bei dicker Wand mittel, oft braucht es eine Verstärkung
Geeignet für Geduldige, Filzerfahrene Strickerinnen und Stricker, Einsteiger

Das Nassfilzen ist der Weg, den Filzwerkstätten gehen und den wir im Artikel So entsteht eine handgefilzte Katzenhöhle beschreiben. Das Stricken mit anschließendem Walken ist der Umweg für alle, die lieber Nadeln als nasse Hände haben.

Material, Werkzeug und Zeit

Wolle

Für eine Höhle in der Größe einer erwachsenen Katze brauchst du etwa 1 kg Wolle. Fürs Nassfilzen eignet sich Vlieswolle oder Kammzug aus Schurwolle; grobe bis mittlere Fasern filzen schneller und fester als sehr feine Merinowolle. Fürs Stricken brauchst du ausdrücklich filzfähiges Garn: 100 % Schurwolle ohne „superwash“-Ausrüstung, denn behandelte Wolle filzt nicht.

Werkzeug fürs Nassfilzen

  • Eine Schablone aus dünnem Schaumstoff, Laminatunterlage oder Luftpolsterfolie
  • Olivenseife oder Filzseife und eine Sprühflasche mit warmem Wasser
  • Noppenfolie oder eine Bambusmatte zum Rollen
  • Alte Handtücher, ein Tablett oder eine wasserfeste Unterlage, Gummihandschuhe
  • Ein Ballon oder eine Schüssel zum Ausformen

Zeit

Plane das Nassfilzen über mehrere Tage: ein bis zwei Stunden fürs Auslegen, mehrere Stunden Walken, ein bis zwei Tage Trocknen. Zehn Stunden Arbeit sind realistisch, bei der ersten Höhle eher mehr. Ein Kilo Wolle zu verstricken, dauert auch bei Geübten viele Abende.

Größenangaben der Katzenhöhle aus Filz: 42 cm breit, 32 cm hoch, Eingang 16 bis 19 cm, für Katzen bis 7 kg

Die Schablone: Größe und Schrumpfmaß

Die Schablone ist die wichtigste Entscheidung des ganzen Projekts, weil sich später nichts mehr vergrößern lässt. Als Zielmaß kannst du dich an einer fertigen Höhle orientieren: etwa 44 cm Bodendurchmesser, 32 cm Höhe, Eingang 16–19 cm breit; das reicht für Katzen bis etwa 7 kg. Wie stark Wolle schrumpft, hängt von Faser, Schichtdicke und Walkdauer ab. Die gängige Faustregel: die Schablone rund ein Drittel größer anlegen als die fertige Höhle. Für die Höhle oben heißt das eine flache, tropfen- oder eiförmige Schablone von grob 60 × 50 cm. Bei einer unbekannten Wolle lohnt sich ein kleines Probestück, an dem du das Schrumpfmaß misst, bevor du ein Kilo investierst.

Beim Stricken gilt dasselbe Prinzip: Das gestrickte Stück muss etwa ein Drittel größer sein als das Ziel, und gestrickte Maschen laufen meist in Reihenrichtung stärker ein als in der Breite. Auch hier ist das mitgewaschene Probeläppchen der einzige verlässliche Weg.

Weg 1: Nassfilzen über der Schablone

  1. Schichten auslegen. Lege die Schablone auf die Unterlage. Zupfe dünne Büschel Wolle und lege sie überlappend aus, eine Schicht in einer Richtung, die nächste quer dazu. Lass die Wolle am Rand einige Zentimeter über die Schablone hinausragen. Für eine formstabile Wand brauchst du pro Seite mehrere Lagen, eher sechs als drei.
  2. Befeuchten und ausdrücken. Besprühe jede Schicht mit warmem Seifenwasser, decke sie mit Noppenfolie ab und drücke die Luft und das überschüssige Wasser heraus. Die Wolle soll nass sein, aber nicht schwimmen.
  3. Wenden und umschlagen. Drehe das Paket um, schlage die überstehenden Ränder über die Schablone und lege auf dieser Seite dieselbe Zahl Schichten aus. Wiederhole das, bis beide Seiten gleich dick sind. Hier entsteht die Höhle als geschlossene Tasche um die Schablone.
  4. Anfilzen. Reibe die Oberfläche mit flachen Händen und Seife, erst sanft, dann kräftiger, bis sich die Fasern beim Zupfen nicht mehr lösen. Wer hier zu früh aufhört, bekommt später Löcher.
  5. Eingang schneiden. Erst wenn die Oberfläche fest ist, schneidest du mit einer Schere die Öffnung, nimmst die Schablone heraus und filzt die Schnittkante von innen und außen nach.
  6. Walken. Rolle die Höhle in der Bambusmatte oder Noppenfolie, in alle Richtungen, immer wieder neu gefaltet. Knete sie, wirf sie auf den Tisch, wechsle zwischen heißem und kaltem Wasser. Jetzt schrumpft die Wolle und wird dicht; miss zwischendurch.
  7. Ausspülen und formen. Spüle die Seife aus, drücke die Höhle aus (nicht wringen) und ziehe sie über einen aufgeblasenen Ballon, eine Schüssel oder einen Wäschekorb, bis sie die Kuppelform hat. Den Boden drückst du flach.
  8. Trocknen. Ein bis zwei Tage an der Luft, nicht auf der Heizung. Nach dem Trocknen kannst du Falten vorsichtig mit dem Bügeleisen auf niedriger Stufe glätten.

rote Katze liegt auf einer zusammengelegten hellgrauen Katzenhöhle aus Filz

Weg 2: Stricken oder Häkeln und in der Maschine walken

  1. Form planen. Die einfachste Form ist eine Schale: Du beginnst am Boden mit einem Kreis in Runden, nimmst zu, bis der Boden etwa ein Drittel größer ist als der Zielboden, strickst die Wand ohne Zunahmen hoch und nimmst nach oben hin ab, bis nur noch der Eingang offen bleibt.
  2. Locker arbeiten. Nimm Nadeln oder einen Haken, die ein bis zwei Nummern dicker sind als auf der Banderole empfohlen. Das Gestrick soll luftig sein, sonst hat die Wolle beim Walken keinen Platz, sich zu verdichten.
  3. Doppelt stricken. Einlagiges Gestrick ergibt auch nach dem Walken eine weiche Wand. Für mehr Stand arbeitest du mit doppeltem Faden oder setzt zwei gewalkte Höhlen ineinander.
  4. Walken in der Maschine. Gib die Höhle zusammen mit einer alten Jeans oder zwei Tennisbällen in die Maschine, wenig Waschmittel, ein normaler Waschgang bei 40 bis 60 °C mit Schleudern. Der Wollwaschgang ist absichtlich zu schonend und filzt nicht. Nach dem ersten Durchgang messen; falls noch zu groß, ein zweiter oder dritter Gang.
  5. Formen und trocknen. Nass über eine Schüssel oder einen Ballon ziehen, Boden flach drücken, Eingang mit den Händen rund ziehen und ein bis zwei Tage trocknen lassen. Wer mag, filzt zum Schluss noch von Hand mit Seife nach, um die Oberfläche zu glätten.

Das Ergebnis sieht anders aus als nassgefilzter Filz: Die Maschenstruktur bleibt leicht sichtbar, die Wand ist dünner und die Höhle weicher. Die meisten Katzen stört das nicht.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

  • Ungleiche Wandstärke. Der häufigste Fehler beim Nassfilzen. Die Wand ist am Boden dick und an der Kuppel dünn, weil die Schichten oben ausgedünnt wurden. Lege die Büschel in gleichmäßig dünnen Lagen und zähle mit; halte das Stück nach dem Anfilzen gegen das Licht, um dünne Stellen zu finden und nachzulegen.
  • Falsches Schrumpfmaß. Die Höhle wird fertig, aber die Katze passt nicht hinein. Ein Probestück vor dem großen Stück, und beim Walken immer wieder messen.
  • Zu früh geschnitten. Wird der Eingang geschnitten, bevor die Oberfläche fest ist, franst die Kante aus und die Höhle verzieht sich. Erst anfilzen, dann schneiden.
  • Zu wenig gewalkt. Die Höhle sieht fertig aus, fällt aber beim ersten Draufspringen in sich zusammen. Formstabilität entsteht in der Walkphase, und die ist länger, als man denkt. Fertig ist der Filz, wenn er sich nicht mehr dehnen lässt und beim Zusammendrücken von selbst zurückkommt.
  • Falsche Wolle beim Stricken. Garn mit „superwash“, Mischgarn mit Kunstfaseranteil oder Baumwolle filzt nicht. Auf die Banderole schauen und das Läppchen testen.
  • Auf der Heizung getrocknet. Die Höhle verzieht sich. Luft und Geduld.

hellgrau gestreifte Katzenhöhle aus Filz mit nahtloser Wand

Wann Kaufen die bessere Entscheidung ist

Eine selbst gefilzte Höhle hat etwas, das keine gekaufte hat: Sie ist von dir. Wenn du Freude am Prozess hast, ist das Grund genug. Es gibt aber Situationen, in denen wir ehrlich sagen würden: Kauf eine.

  • Wenn du die Höhle in erster Linie für die Katze brauchst und nicht für dich. Zehn Stunden Arbeit plus Material liegen nicht weit von einer fertigen Höhle, und das Ergebnis ist nicht garantiert.
  • Wenn du eine dicke, formstabile Wand willst, die Jahre hält. Die entsteht beim Nassfilzen erst mit Erfahrung, und der Strickweg kommt dort nur mit Verstärkung hin.
  • Wenn deine Katze erst noch überzeugt werden muss. Eine fertige Höhle kannst du innerhalb von 30 Tagen zurückgeben, falls sie nicht angenommen wird; was beim Einzug hilft, steht im Artikel Katze ignoriert die neue Katzenhöhle.

Umgekehrt gilt: Wer schon filzt oder strickt, sollte es einfach probieren. Die Pflege ist danach dieselbe wie bei jeder Wollhöhle, nie Waschmaschine; die Details stehen im Artikel Katzenhöhle aus Filz reinigen. Und wenn die erste Höhle etwas schief geworden ist: Katzen haben keinen Sinn für Symmetrie, aber einen sehr guten für Wolle.

Häufige Fragen

Wie viel Wolle brauche ich für eine Katzenhöhle?

Für eine Höhle in Katzengröße etwa 1 kg Schurwolle, als Vlies oder Kammzug zum Nassfilzen oder als filzfähiges Garn zum Stricken. Eine dicke, formstabile Wand braucht eher mehr als weniger.

Wie groß muss die Schablone zum Filzen einer Katzenhöhle sein?

Rund ein Drittel größer als die fertige Höhle, weil Wolle beim Filzen stark schrumpft. Für eine Höhle mit etwa 44 cm Durchmesser und 32 cm Höhe ist eine tropfenförmige Schablone von grob 60 × 50 cm ein Ausgangspunkt; das genaue Maß zeigt ein Probestück mit deiner Wolle.

Wie lange dauert es, eine Katzenhöhle zu filzen?

Beim Nassfilzen rechne mit zehn oder mehr Stunden Handarbeit, verteilt auf mehrere Tage, plus ein bis zwei Tage Trocknen. Beim Stricken mit anschließendem Walken kommen viele Abende Stricken und ein bis drei Waschgänge zusammen.

Kann ich eine gestrickte Katzenhöhle in der Waschmaschine filzen?

Ja, wenn das Garn aus 100 % Schurwolle ohne „superwash“-Ausrüstung besteht. Ein normaler Waschgang bei 40 bis 60 °C mit Schleudern und etwas Beiladung wie einer Jeans walkt das Gestrick; der Wollwaschgang ist dafür zu schonend.

Warum fällt meine selbst gefilzte Katzenhöhle in sich zusammen?

Meist ist die Wand zu dünn oder zu wenig gewalkt. Formstabilität entsteht durch viele gleichmäßige Wollschichten und eine lange Walkphase; ein fertiger Filz lässt sich nicht mehr dehnen und springt beim Zusammendrücken zurück.

Ist Selberfilzen günstiger als Kaufen?

Nicht unbedingt. Ein Kilo gute Schurwolle plus zehn Stunden Arbeit liegen nicht weit von einer fertigen Höhle entfernt, und das erste Ergebnis ist selten perfekt. Günstig wird es vor allem, wenn du die Arbeit als Hobby siehst und Wolle ohnehin im Haus hast.

Lieber fertig gefilzt?

Wenn du nach dem Lesen beschließt, dass die Katze die Höhle schneller braucht als du Zeit hast: Unsere Höhlen werden genauso nassgefilzt wie oben beschrieben, aus 100 % neuseeländischer Schafwolle, von Hand und mit dicker, formstabiler Wand. Alle Farben findest du in der Übersicht aller handgefilzten Katzenhöhlen, zum Beispiel die Katzenhöhle in Pastellbraun-gestreift; die genauen Maße und Materialangaben stehen auf der Seite Alle Informationen zu den Katzenhöhlen.

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